Offener Brief

Herr Dr. Claussen stellte diesen offenen Brief der Redaktion zur Verfügung.

Herr Dr. Tyge Claussen ist Fraktionsvorsitzender der AfD im Kreistag der Stadt Goslar.

xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

Offener Brief – Aufruf für eine friedliche, weltoffene Region – für Freiheit, für
soziale Sicherheit, für Demokratie und für eine offene Gesellschaft.

Als Hauptverwaltungsbeamte unserer Region betrachten wir mit einiger Sorge die
aktuelle Entwicklung unserer Gesellschaft und das Auseinanderdriften von
gesellschaftlichen Gruppen. Insbesondere das Erstarken völkisch-nationalistischer
Kräfte verändert das gesellschaftliche Klima dramatisch – und dies auch in unserer
Region, die seit langem für Liberalität, Internationalität und gesellschaftlichen
Zusammenhalt steht.
Wir wollen gemeinsam ein kraftvolles Zeichen FÜR diese Werte in unserer Region
setzen!
Unsere reiche Kunst- und Kulturszene lebt von Weltoffenheit und Toleranz ebenso
wie die internationalen Unternehmen und unsere herausragende Wissenschafts- und
Forschungslandschaft. Diese kulturellen Schätze werden wir weiterhin gemeinsam
pflegen und verteidigen.
Wenn wir eine freie, offene Gesellschaft wollen, müssen wir aktiv für sie eintreten.
Wir dürfen nicht zulassen, dass sich Teile der Gesellschaft ideologisch einmauern
und gegenseitig blockieren. 30 Jahre nach dem Mauerfall dürfen wir keine neuen
Mauern in den Köpfen errichten. Demokratie lebt von offenem Diskurs, Kompromiss
und klaren rechtsstaatlichen Regeln.
Die Grundwerte unserer Gesellschaft basieren auf Freiheit, gegenseitigem Respekt
und Toleranz. Letztlich geht es um das Menschenbild unserer Gesellschaft, deren
oberste Maxime lautet: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“.
Es geht darum, Haltung zu zeigen:
 Für die Gleichberechtigung aller Menschen;
 Für ein friedliches Miteinander in diesem Land – unabhängig von Herkunft,
Hautfarbe oder Religion;
 Für die Freiheit, die eigene Meinung zu vertreten und sich mit denen, die
anderer Meinung sind, friedlich auseinander zu setzen;
 Für politischen Diskurs und Kompromissbereitschaft;
 Für einen freien Journalismus in Recherche und Berichterstattung auf allen
Ebenen;
 Für den fairen, respektvollen Umgang miteinander, in der realen Welt ebenso
wie im „Netz“.
Wir brauchen eine gesamtgesellschaftliche Debatte über die Verantwortung eines
jeden Einzelnen für die Demokratie und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Je
mehr Menschen sich zu Demokratie, Toleranz und Menschenwürde bekennen, desto
mehr stärkt das auch in politisch schwierigen Zeiten unsere Gesellschaft und unser
Land. Unsere Demokratie und die damit verbundenen Werte des Grundgesetzes sind
die bedeutendsten Errungenschaften der Bundesrepublik Deutschland. Sie gilt es zu
stärken und – wo nötig – zu verteidigen.

Dieser Aufruf wurde unterschrieben von

Ulrich Markurth, Oberbürgermeister v. Braunschweig

Klaus Mohrs, Oberbürgermeister v. Wolfsburg

Frank Klingebiel, Oberbürgermeister v. Salzgitter

Dr. Oliver Junk, Oberbürgermeister v. Goslar

Thomas Brych, Landrat v. Goslar

Thomas Pink, Bürgermeister v. Wolfenbüttel

Christiana Steinbrügge, Landrätin v. Wolfenbüttel

Matthias Nerlich, Bürgermeister v. Gifhorn

Dr. Andreas Ebel, Landrat v. Gifhorn

Wittich Schobert, Bürgermeister v. Helmstedt

Gerhard Radeck, Landrat v. Helmstedt

Klaus Saemann, Bürgermeister v. Peine

Franz Einhaus, Landrat v. Peine

xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

Stellungsnahme dazu von Herrn Dr. Tyge Claussen:

Die Kreisverwaltung hat am 22.11.2019 diesen öffentlichen Aufruf der niedersächsichen Spitzenbeamte an alle Fraktionsvorsitzende des Kreistages zur Kenntnisnahme geschickt und ging davon aus, dass natürlich dieser Aufruf an alle Fraktionsmitglieder weitergeleitet wird.

Ich hielt es für wichtig, dass nicht nur wir von der AfD-Fraktion, sondern auch unsere Mitbürger über diesen Aufruf der Spitzenbeamte Kenntnis bekommen.

Was meine Meinung betrifft, so finde ich diesen öffentlichen Aufruf mit dem Titel “Offener Brief – Aufruf für eine friedliche, weltoffene Region – für Freiheit, für soziale Sicherheit, für Demokratie und für eine offene Gesellschaft” schlimm. Er ist moralisch und politisch
anmaßend und ist unvereinbar mit dem beamtenrechtlichen Gebot zur politischen
Zurückhaltung und Neutralität. Die Hauptverwaltungsbeamten beteiligen sich mit ihrem
offenen Brief an der bundesweit zunehmenden, hysterisch bemühten Einengung des
Korridors für Denk- und Meinungsfreiheit. Deren Weltbild ist – wie das des politischen
Establishments – internationalistisch. Unser Volk soll multikulturell und vielfältig werden. Dabei haben Sie nur eine sehr vage bis gar keine Vorstellung von gesellschaftlicher Vielfalt und Multikulti.Wann ist die angeblich so erstrebenswerte Vielfalt eines Volkes erreicht? Wie soll sie aussehen? Und wie soll sie erreicht werden? Sollen allein die Schlepper und Schleuser die gesellschaftliche Entwicklung zu Vielfalt und Multikulti bestimmen, und das in Zusammenarbeit mit den großen NOG-Rettungsschiffen im Mittelmeer?

Dieser öffentliche Aufruf ist klar auch gegen uns von der AfD gerichtet, auch wenn wir darin nicht ausdrücklich genannt werden.
Denn wir vertreten ein aus deren Sicht ein anderes, nicht zu akzeptierendes
Weltbild, nämlich ein national-konservatives. Wir treten dafür ein, dass erstens jedes Volk ein Recht auf eigene Identität und Kultur in seinem angestammten Raum hat.

Zweitens, dass aufgezwungene Vielfalt und Multikulti erfahrungsgemäß zu Fremdenhass, Unfrieden und zu Spaltung in einem Volk führen.

Drittens, dass Weltoffenheit und Fremden-Freundlichkeit in einem Volk am ehesten gedeihen, wenn es durch ein historisch gewachsenes Wir-Gefühl sozusagen homogen geworden ist.

Claussen

 

 

3 Kommentare

  1. Danke für die Informationen, die so dank der Präsenz der AFD im Kreistag dem Bürger zugänglich werden- und wie Herr Dr. Claussen schon schrieb, wird zwar die AFD nicht ausdrücklich genannt, aber ist vermutlich gemeint – und damit würde sich die Stigmatisierung einer demokratischen Partei fortsetzen.
    Es geht offenbar kaum mehr um Sachfragen- denn wie kann ein Sozialstaat wie Deutschland sich selbst ausplündern?
    Natürlich können sich Kommunalbeamte kaum solchen Aufrufen entziehen, selbst wenn sie es wollten- die Folgen wären (siehe Wendt und Maaßen) ebensolche Ausgrenzungen.
    Der Wille des Volkes, soweit ich alle Meinungen meines Umfeldes analysiere, wird hiermit freilich insbesondere bzgl. der vielgepriesenen Buntheit und Vielfalt auf jeden Fall nicht dargestellt.
    Oft frage ich mich, was diese Menschen eigentlich wollen—wollen wir z.B. ganz Afrika retten? Wie unrealistisch ist das denn?

  2. Wo bleibt eigentlich der Bürger ?

    Der Aufruf der Hauptverwaltungsbeamten lässt jeglichen Hinweis darauf vermissen, dass es in Deutschland auch noch Bürger gibt.

    Bürger sind dadurch gekennzeichnet, dass sie in ihrem Heimatland Rechte und Pflichten haben.

    Zu den Rechten gehören das Wahlrecht, (aktiv und passiv), das Versammlungsrecht, das Recht auf Bildung und Vieles mehr.

    Zu den Pflichten gehören die Steuerpflicht, die Pflicht zur Gesetzestreue, die Wehrpflicht, ( soweit nicht ausgesetzt), sowie weitere Mitwirkungspflichten.

    Eine interessante bürgerliche Mitwirkungspflicht ist die Pflicht zur permanenten Mitführung eines Ausweisdokuments, z. B. des Personalausweises.
    Das dient dazu, jederzeit seine Identität und insbesondere seine Staatsangehörigkeit nachweisen zu können. Ein Bürger ist nämlich per Definition Angehöriger eines Staates, sei es des Deutschen Staates, oder eines der anderen rund 200 Staaten auf der Welt. In dem Fall ist er ein Ausländer.
    Ein Bürger ist immer zugleich auch ein Staatsangehöriger.

    Wenn die Unterzeichner des Aufrufs diese Zusammenhänge unberücksichtigt lassen, nur noch allgemein von Menschen sprechen, Bürger gar nicht mehr erwähnen, müssen Sie sich fragen lassen, wohin denn die vielbeschworenen Integrationsbemühungen führen sollen, wenn nicht zur Einbürgerung in den deutschen Staat?

    Der ganze Aufruf ist zu ungenau und lässt viele Fragen offen. Der Forderung einer
    Zitat:
    „gesamtgesellschaftliche(n) Debatte über die Verantwortung eines
    jeden Einzelnen für die Demokratie und den gesellschaftlichen Zusammenhalt“

    ist selbstverständlich zuzustimmen. Die AfD führt diese Debatte seit Ihrer Gründung.
    Schön, dass auch Andere jetzt dazustoßen wollen.

  3. Goslar, den 06.12.2019
    Gedanken eines desparate german wifes
    zum offenen Brief der “Hauptverwaltungsbeamten” unserer Region…

    Ich, als einfache Bürgerin, setze selbstverständlich ( auch ohne Aufforderung)
    ein “anständiges” Benehmen (man lernt es in Europa durch E r z i e h u n g ),
    a l l e n Mitmenschen gegenüber vorraus , erwarte dies aber auch von den an-
    deren, speziell zeitweise anwesenden Gästen, Flüchtlingen oder wie auch immer.

    Auffällig ist, dass das gewünschte “friedliche” Miteinander in unserem Land immer
    wieder seit 2015 empfindlich gestört, ja gefährdet ist und wird, hauptsächlich
    durch u n e r z o g e n e und aggressive Migranten, die nur zu gern ihre angeb-
    lichen Rechte mangels Respekt vor Polizei und Gerichtsbarkeit mit Messern o-
    der anderen Waffen durchsetzen und ihre “Gastgeber” vergewaltigen und
    “meucheln”! Das wiederum wird unter Weglassen der Nationalität nur selten
    erwähnt, meist ganz verschwiegen!
    Die “Hauptverwaltungsbeamten” unserer Region erwarten eine gesamtge-
    sellschaftliche Debatte über die Verantwortung eines jeden Einzelnen für
    Demokratie, na wundervoll… Und wenn meine Meinung dazu nicht “main-
    stream” ist, bin ich ein “Nazi”,der sich “ideologisch” einmauert und andere
    “blockiert”?!
    Ist das wirklich Ihr Verständnis von “gelebter” Demokratie, meine Herren?
    M e i n s n i c h t ! – Bin gern bereit, mit jedem einzelnen von Ihnen darü-
    ber zu diskutieren…
    Mit frdl. Gruß vom desparate German wife…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.