Die Goslarsche Zeitung rüstet auf

Sehr geehrter Herr Kleine,

 

ich wende mich nicht nur persönlich über Ihre Mailadresse an Sie, sondern erachte es auch für notwendig, einen etwas größeren Kreis von Mitmenschen den Inhalt dieser Mail in Form eines Offenen Briefes auf der Webseite der AfD Goslar zur Kenntnis zu bringen.

Ihre kundgegebene Meinung über Populismus in der Ausgabe vom 25. Mai unter der Überschrift „Der Geistlose, der stets verneint“ entsetzt mich.

Niemand spricht Ihnen das Recht ab, sich über Populismus auszulassen und dies beispielgebend an Personen zu demonstrieren.

Die Wortwahl jedoch, mit der Sie die politischen Ansichten und die Person eines Andersdenkenden beschreiben, sind eines Chefredakteurs unwürdig.

Die persönlichen Angriffe auf die Würde des Menschen Guido Reil(der Geistlose, windige Kandidat, vernebelte Sinne)sind, um Ihre Worte zu benutzen, wahrlich „akademische Untiefen der politischen Soziologie“. Um es vorwegzunehmen: Mit Ihrem Meinungsartikel sind Sie auf Grund gelaufen.

Während Leserbriefe nicht oder nur teilweise in der GZ Veröffentlichung finden und nur selten auch ein Abbild der politischen Stimmung und Lage in unserem Land sind, besitzen Sie unumschränkte Möglichkeiten der Einflussnahme auf die Meinungsbildung der Leser Ihres Blattes.

Ich habe Zweifel, ob Sie sich dieser weitreichenden Verantwortung bewusst sind. Denn die sprachliche Verunglimpfung wird von Radikalen als Aufforderung zur physischen Vernichtung verstanden. Sie wissen wovon ich spreche.

Es war schon immer der Stil der vermeintlich oder tatsächlich Mächtigen durch verbale Angriffe auf Personen die eigene Argumentationsschwäche zu vertuschen und selbige somit zu diskreditieren. Da befinden Sie sich in einem illustren Kreis.

Wie müssen Sie Andersdenkende verachten, ja, geradezu fast schon hassen, muss man sich fragen.

Die Geschichte ist voll von Beispielen, dass nur der zur Quelle der Wahrheit vordringt, der den Mut hat, gegen den Strom zu schwimmen.

Ganz gleich, welche Meinung man hinsichtlich der Klimadiskussion haben mag, wo die Akzeptanz von Rede und Gegenrede als Errungenschaft der Aufklärung der Inszenierung von Kinderkreuzzügen weichen muss, herrscht politische Pädophilie und Geistesnotstand. Während sich gleichzeitig seriöse Wissenschaftler a priori als Klimalügner bezeichnen lassen müssen. Diese Kulturrevolution der Bilderstürmerei hat faschistoide Züge.

Um so größer ist Ihre Verantwortung, Herr Kleine, Harzer Wetterkapriolen und Klimawandel nicht über einen Kamm zu scheren. Entweder wissen Sie es nicht anders, dann wäre es schlimm, oder Sie kennen den Unterschied, dann wäre es Demagogie.

Nun zu Ihrem Aufruf, Herrn Guido Reil „nicht auch noch zur politischen Alimentierung zu verhelfen“.

Würde ein AfD-Mitglied Analoges äußern, der Hetze angeprangert werden, könnte sich dieses sicher sein. Aber lassen wir dies mal außen vor.

Unabhängig von jeder Parteizugehörigkeit des Herrn Reil ist mir dieser ein Vielfaches sympathischer, als beispielsweise Frau Göring-Eckardt oder Frau Claudia Roth, um nur zwei Personen zu nennen.

Während vorgenannte Damen-oder welchem der restlichen 66 Geschlechter diese meinen eventuell anzugehören-hat Herr Reil bisher und über einen langen Zeitraum sowie unter sicherlich nicht leichten Bedingungen als Hauer ausschließlich mit seiner Hände Arbeit den Lebensunterhalt für sich und vor allem einer Familie verdient. Und damit war er nah bei den Menschen, Ihren Sorgen und Nöten, die sicherlich auch ihn umgetrieben haben. Hierzu, und zu seinem Lebens- und Berufslauf bekennt sich Herr Reil uneingeschränkt, und das genießt Respekt und Achtung, Herr Kleine.

Bei den beiden Grünen Politikerinnen stellt sich die Berufswelt diametral dar. Zwar haben beide das Abitur aber keinerlei Berufsabschluss. Statt dessen wird der Lebenslauf laut Kürschners Volkshandbuch Deutscher Bundestag, 18. Wahlperiode getürkt, bzw. ein beim Leser aufkommender Eindruck suggeriert, man habe eine universitäre Ausbildung. Von wegen Theologie-und Dramaturgiestudium. Mit anderen Worten: Mehr Schein als Sein.

Da lob ich mir doch Guido Reil mit seinem Hauptschulabschluss und seiner einfachen Offenheit und Ehrlichkeit, wenn dieser fordert, die Geldverbrennung von 40 Millionen Euro pro Jahr wegen des permanenten Umzuges des EU-Parlaments von Brüssel nach Strasbourg und zurück, endlich abzuschaffen.

Nein, Herr Kleine, die Grenzen sollen nicht wieder errichtet, sie müssen abgeschafft bleiben. Nur eine einzige sollte bestehen und ihrer originären Aufgabe auch voll gerecht werden: Den Schutz der Eigenständigkeit des europäischen Kulturkreises in seiner Vaterländer Vielfalt und deren nationalen Besonderheiten garantieren. Das ist Buntheit genug.

Abschließend noch ein Wort zum Vorwurf, dass deutsche Rechtspopulisten, – Sie meinen sicherlich die AfD -, „ Meinungsfreiheit und kritische Medien mit Füßen treten“.

Ich weiß nicht, in welcher Gedankenwelt Sie leben, aber meines Wissens stammen das Netzwerkdurchsetzungsgesetz und der Ruf nach Upload-filter nicht von Rechtspopulisten.

Auch dürfte Ihnen der Absender bekannt sein, der in wadenbeißender Manier zur Attacke auf das Personal der AfD aufforderte und deren Meinungsfreiheit beschränkt sehen möchte.

Am zivilisierten Diskurs führt über kurz oder lang kein Weg vorbei. Abrüstung in der Sprache und den Mut besitzen objektiven Gegebenheiten ins Auge zu sehen, wird Ihnen dann auch wieder die Handlungsfreiheit geben den Herrn Stadt-und Kreistagsabgeordneten Henning Wehrmann kritisieren zu können, wenn dieser auf Ihrem online-Portal Menschen als politische Rattenfänger beschimpft.

 

Mit freundlichem Gruß verbleibe ich

 

Joachim Wedler

Bad Harzburg

 

 

 

 

1 Kommentar

  1. Dr. Tyge Claussen

    Der offene Brief von Herrn Wedler ist toll!

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