Stadtratssitzung

Der folgende Leserbrief erreichte die Redaktion.

Ehrenbürger wider des Herrn von Knigge

 

Das konnte von der SPD Goslar nicht hingenommen werden.

Ex-Multifunktionär Sigmar Gabriel so einfach mir nichts dir nichts bundespolitisch kalt zu stellen und zum Hinterbänkler zu degradieren, – das geht gar nicht. Wo doch stets die über sämtliche Zweifel erhabenen Umfragewerte dem Ex-Juso- und zermürbten SPD-Chef derzeit geradezu eine herausragende Beliebtheit im Volke bescheinigen.

Also wenn schon nicht Ehrenvorsitzender seiner Partei, dann soll er wenigstens zum Ehrenbürger seiner Geburtsstadt ernannt werden. So das verkündete Trostpflaster vom CDU-Oberbürgermeister auf offensichtlichen Betreibens seines politischen Gegners. In Zeiten zunehmender Bedeutungslosigkeit gebiert man in Treue fest auch derartige Stilblüten.

Nicht dem einen oder anderen der vielhundertfach selbstlos ehrenamtlich tätigen und namenlosen Mitbürger ist mal diese Ehre zuteil geworden, sondern einem parteipolitisch gebundenen Politiker, der a priori auf Widerspruch eines mehr oder weniger großen Teils der Bevölkerung seines Lebensumfeldes trifft. Was zwar in der Natur der Politik liegt, aber garade deshalb einer umso tiefgründigeren Überlegung bedurft hätte, will man diese Ehrenbezeigung nicht einer gewissen Bedeutungslosigkeit anheim fallen lassen.

Zumal im vorliegenden Fall keine zum Wohle für die Kommune langfristig signifikant prägende Wegmarken von Herrn Gabriel feststellbar sind.

Das Gegenteil ist der Fall, und wird durch ihn in unregelmäßiger Regelmäßigkeit in der Auseinandersetzung mit Andersdenkenden, die sich nicht die Sorgen um unser Land von Herrn Gabriel nehmen lassen wollen, durch Missachtung deren Würde als Mensch, bekräftigt.

Abgeordnete einer freiheitlich demokratischen Partei als Nazis, Menschen pauschal als Pack- mit und ohne Stinkefinger-, einen unser Land Hassenden als deutschen Patrioten zu bezeichnen, ist in Inhalt und Stil in eklatanter Weise nicht integrierend, sondern spaltend – dem Gemeinwohl abträglich. Mit derartigen Äußerungen steht Herr Gabriel im zivilisatorischen Abseits!

Trotz seiner vielfältigen Ambivalenzen gibt die AfD die Hoffnung auf seine verbale Resozialisierung nicht auf.

Ein Lebens-und Berufsweg allein kann aber nicht Grund zur Verleihung einer Ehrenbürgerschaft sein, während selbst die Bundes-SPD Herrn Gabriel auch wegen seiner unerträglichen Verbalrüpeleien in die politische Versenkung verbannt hat.

So aber zeugt die erfolgte Auszeichnungen einmal mehr von tagespolitischer Kurzsichtigkeit der im Rat der Stadt Goslar versammelten Einheitsfront merkelscher Rechtsbrüche.

Nach derzeitigem Sachstand ist zu vermuten, dass eine Ehrenbürgerschaft sowohl der Stadt als auch Herrn Gabriel wegen seiner “destruktiven Unberechenbarkeit”, wie die Süddeutsche Zeitung erst neulich schrieb, eher schaden werden.

Einer Verleihung der Ehrenbürgerschaft konnte die AfD – selbst bei Außerachtlassung parteipolitischer Gegebenheiten – unter Berücksichtigung der Gesamtheit vorgenannter Gründe verständlicherweise nicht zustimmen.

aw

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