Saure Sahne in Absurdistan

Der folgende Leserbrief erreichte die Redaktion.

Saure Sahne in Absurdistan.

Die Absage des ZDF – Konzertes mit der Musikgruppe “Feine Sahne Fischfilet” brachte Bauhaus – Direktorin Perren eine Welle medialer Empörung ein; von “heftiger Kritik an Bauhaus – Direktorin” über “Schatten über Bauhaus-Jubiläum” bis zu Rücktrittsforderungen reichten die Schlagzeilen der meisten deutschen Zeitungen.
Die meist als “linke Punkband” betitelte Gruppe spielte schon beim Chemnitzer Konzert “gegen Rechts” und Bundespräsident Steinmeier teilte auf Facebook einen Hinweis auf das Konzert.
Nachfolgend einige Text – Zitate der Gruppe, die wegen linksextremistischer Bestrebungen vom Verfassungsschutz beobachtet wurde:

“Die Bullenhelme – sie sollen fliegen Eure Knüppel kriegt ihr in die Fresse rein”
“Ich mach mich warm weil der Dunkelheitseinbruch sich nähert. Die nächste Bullenwache ist nur einen Steinwurf entfernt. Und der Hass – der steigt!”
“Deutschland ist scheiße, Deutschland ist Dreck!”

Angesichts dieser Zeilen wirkt die Betitelung als “linke Punkgruppe” wie Hohn und offenbart einen Linksruck in den Wertekoordinaten eines
Großteiles der deutschen Medienlandschaft.
Das ZDF als öffentlich-rechtlicher Sender will das Konzert einer Gruppe senden, deren Texte Gewalt gegen Polizisten beschreibt – aber die häufige
Einschätzung: “Die Musiker von Feine Sahne Fischfilet engagieren sich
seit Jahren gegen Rechtsextremismus“ scheinen solch Linksextremismus nebensächlich zumachen, man stelle sich vor, eine dem rechten Spektrum
verortete Gruppe würde solche Texte verfassen – jeder Konzertversuch
würde von Hundertschaften Polizei verhindert.
Mittlerweile hat sich das Bauhaus für die Konzert – Absage entschuldigt und Perren wurde im Interview gefragt: “Woher stammt die Formulierung,
dass Feine Sahne Fischfilet eine linksextreme oder politisch extreme Band
sei ? ”
Allerorten werden “Bündnisse gegen Rechtsextremismus” gegründet und die Frage, warum nicht gegen jedweden Extremismus agiert wird, stellt sich den
darüber berichtenden Medien nicht.
Der “Kampf gegen Rechts”, also der Kampf gegen eine legitime politische Weltanschauung eint eine kartellartig agierende Medienlandschaft, in der
Meldung und Meinung vermischt werden und die ein betreutes Denken,
einen erlaubten Meinungskorridor vorgibt – Schritte zurück in dunkle deutsche Zeiten.

Gerd Sieckel

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und geben nicht in jedem Fall die Meinung der Redaktion wieder

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