Pressemitteilung

Jens Kestner, Mitglied des Deutschen Bundestages.

Jens Kestner: „Der Oberbürgermeister sollte die vielen Haare in der Goslarer Arbeitsmarkt-Suppe nicht als wohlschmeckende Beilage verkaufen!“
Die Strategien sind stets die gleichen: Man kauft zu günstigen ein schlecht florierendes Unternehmen, um es zu „sanieren“. Sanierungen, beziehungsweise strukturelle Verbesserungen finden nicht statt, während Mitarbeiter Monat für Monat hoffen, ihre Arbeitsplätze behalten zu können. Der Investor verkauft das Unternehmen, weil es „unprofitabel“ ist und macht dabei einen millionenschweren Schnitt. So auch geschehen beim real-Markt in Goslar, einer der rund 62 von 172 Filialen bundesweit, die wohl geschlossen werden. 108 Mitarbeitern wurde in Goslar mitgeteilt, dass am 31. Januar 2021 Schluss ist. Insgesamt werden zirka 6.000 von 28.000 Stellen in Deutschland wegfallen. Für die Region Goslar ein Desaster, dem Goslars Oberbürgermeister Junk unverständlicherweise positives abgewinnen möchte: Er erklärte, dass die angekündigte Schließung von real der richtige Zeitpunkt sei, um das ganze Areal auch im Kontext von toom, DM und Max Bahr zu überplanen, zu strukturieren und zu stärken. Die Wirklichkeit betrifft jedoch Menschen, sieht anders aus und hinterlässt viele zerstörte Existenzen.
Jens Kestner: „Goslar als historische Tourismusstadt ist von den panischen Aktionen der Landes- und Bundesregierung besonders hart getroffen. Im Monat Mai stieg die Zahl der Arbeitslosen um 1.255 auf 5.162 Menschen, also auf 7,5 Prozent. Auch die Zahl der HARTZ-IV-Empfänger ist deutlich angestiegen, während sich die Zahl der zur Verfügung stehenden Jobs nahezu halbiert hat. Nun also real, zuvor Kaufhof und auch toom. Innenstädte verwaisen immer mehr. Viele weitere kleine Unternehmen und viele Selbstständige stehen vor dem Aus, weil die wirtschaftliche Entwicklung wenig Grund zur Hoffnung gibt. Dass nun der Goslarer Oberbürgermeister Junk in diesem angerichteten Desaster positive Aspekte sieht, möge er bitte den betroffenen Menschen erklären, die in einer wirtschaftlich strukturschwachen Region kaum auf einen neuen Arbeitsplatz hoffen dürfen. Die bösen Geister, die Merkel und Ministerpräsident Weil mit Panikattacken herbeigerufen haben, lassen sich nur schwer und vielleicht gar nicht mehr vertreiben, deshalb sollte auch der Oberbürgermeister viele Haare in der Goslarer Arbeitsmarkt-Suppe nicht als wohlschmeckende Beilage verkaufen!“ findet Kestner

1 Kommentar

  1. Christoph Cless

    Das „Aus“ für den REAL-Markt in Goslar ist sicher ein schmerzhafter Verlust.
    Aber schauen wir in unserer schnellebigen Zeit doch einmal kurz in die jüngere Vergangenheit.
    Da wurde doch vor rund einem Jahr auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs ein nagelneuer Verbrauchermarkt gebaut und eröffnet, und auch im Neubaugebiet Fliegerhorst sind neue Verbrauchermärkte entstanden.
    Offenbar wurde dadurch das lokale Käuferpotential überreizt, sodaß jetzt die Schwächsten hinten runterfallen. Wird REAL der letzte sein, der dadurch unrentabel wurde?
    Man kann der Meinung sein, daß so ein Verdrängungswettbewerb im Kapitalismus ein „normaler Vorgang“ ist.
    Trotzdem bleibt es für die Mitarbeiter ein schmerzhafter Verlust und obendrein ist es sehr zweifelhaft, das die Investoren, die erst vor kurzem den REAL-Markt gekauft hatten, nun auch bei der bevorstehenden Abwicklung vermutlich einen dicken Gewinn machen werden.

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