Journalistisches Ethos

Einerseits das Roden von Wäldern beklagen andererseits alles zu Papier bringen, wenn es gilt die AfD zu schädigen. So lautet wohl die Verlegervorgabe.

Als „Verbale Schlammschlacht in der AfD“ bezeichnete die Goslarsche Zeitung eine am vergangenen Dienstag geführte Aussprache des für die Facebook-Seite der AfD Niedersachsen Verantwortlichen mit zwei Mitgliedern, deren Verständnis für zivilisierten Umgang mit dem politisch Andersdenkenden unzureichend entwickelt zu sein scheint.

Dem Abzuhelfen dienten klare und unzweideutige Worte von Oliver Westphal. Denn die Alternative für Deutschland duldete weder in der Vergangenheit noch künftig die Verunglimpfung des politischen Gegners in welcher Form auch immer. Auch wenn die AfD selbst seit Jahren durch Angriffe auf Eigentum und die Unversehrtheit ihrer Mitglieder bedroht ist, wird sich diese nicht auf ein derartiges menschenverachtendes Niveau begeben.

Der Respekt und die Achtung der Würde gegenüber dem Mitmenschen ist oberstes Gebot. Und aussschließlich die Argumentation ist das Instrument der politischen Auseinandersetzung. Punkt!

Wer sich anders verhält, muss sich fragen lassen, wessen Spiel er spielt. Deshalb kann eine „Ansprache“ auch nie „zu deutlich“ sein, denn der Einzelne hat sich letztendlich auch als Repräsentant der AfD als Ganzes zu verstehen.

Wer sich möglicherweise im Scheinwerferlicht eines Lokalblättchens mit dramaturgisch geputschten Bedrohungsszenarien lieber sonnt, als die Anerkennung seiner Parteimitgieder durch konstruktive Teilhabe zu gewinnen, muss sich z. B. im Ergebnis diverser Wahlen nicht wundern, Zuspruch allein nur durch sich selbst gefunden zu haben.

Für`s Ego mag es sicherlich demütigend sein, vom Kannibalismus aber weit entfernt. Narzissmus liegt näher. Und (selbst)zerstörerisch ist dieser ebenfalls.

Und hier kommt wieder die GZ ins Spiel, die klarstellende Aussprachen, Hinweise und Verdeutlichungen der AfD gegenüber ihren Mitglieder als „Schlammschlacht“ bezeichnet.

„Viel Lärm um(fast)nichts“, so hätte die Überschrift auch lauten können.

Auch wenn es eigentlich nicht der Mühe wert ist, können derartig martialische Begriffe nicht unkommentiert bleiben. Tipp: Vielleicht sollte sich der Journalist mal als Kriegsberichterstatter versuchen.

Eine halbe Seite nur AfD. Vielfarbig das im ansehnlich erfischenden blau und rot hochgezoomte fast fünfzig Prozent des Artikels einnehmende Logo. Fast ist man versucht zu glauben, der Verfasser des GZ-Artikels wollte der AfD etwas Gutes tun. Selbstverständlich weit gefehlt. Denn dies hätte seinen Arbeitsplatz gekostet.

Betrachtet man rückblickend die journalistischen Ergüsse von vor fünf Jahren, so hat sich nichts geändert.

Damals wie heute-Schlammschlachten gegen die AfD. Auch wenn hier der eigentliche Sachverhalt der parteiinternen Aussprache ein Positivum darstellt, nämlich dem kleinen Einmaleins des Herrn von Knigge widerstrebendes Verhalten von AfD-Mitgliedern nicht zu akzeptieren, hat die Schlagzeile auf den Leser derart gestaltet zu sein, dass dieser die AfD als Negativum empfindet. Also Nachricht mit Beigeschmack suggerieren. Böse Menschen würden es als Manipulation bezeichnen.

Nur, es hat alles nichts genutzt. Auch deshalb scheint jedes Mittel recht. Der kleinste Anlass, die unbedeutendste Begebenheit, selbst von obskuren Quellen, taugt stets für ein Bashing. Was soll`s, wird man sich sagen, geht man als Printmedium doch ohnehin dem Abgrund entgegen.

„Ist der Ruf erst ruiniert, …….“. Nicht als Lügenpresse. Aber mit Lückenpresse sollte die GZ wohl leben müssen.

Oder habe ich etwa überlesen, dass ein Hausverbot gegen ein AfD-Mitglied gerichtlich aufgehoben wurde?

Das Hausverbot als solches war jedenfalls nicht zu überlesen.

(aw)

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1 Kommentar

  1. Liebe Kollegen aus Goslar,

    der Beitrag ist hervorragend! Es trifft zu 100% den Nagel auf den Kopf! Wir haben es hier mit Individuen zu tun, die völlig beratungsresistent sind und weit weg von jeglicher Realität leben. Mittlerweile hat sich eine große Allianz formiert, die genannten Mitglieder werden einfach nicht mehr ernst genommen und ausgeblendet. Wir konzentrieren uns auf den politischen Gegner. Wir hauchen den Harz-Geistern einfach kein Leben mehr ein. In diesem Sinne schöne Grüße nach Goslar!

    Mit freundlichen Grüßen

    Oliver Westphal
    Kreis- und Fraktionsvorsitzender KV Peine

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