Jörg Brase (ZDF) berichtet über Ebola

Dieser Leserbrief erreichte die Redaktion.

Ebola wütete wieder einmal in Liberia. Die Welt schreckte auf, zumal diese Krankheit sehr einfach übertragen werden kann.
Aus Deutschland kommend war ich auf dem Weg nach Kampala, Uganda.
Der Zwischenstop war in Brüssel. Dort lief mir zufällig ein Angehöriger der deutschen Botschaft in Sierra Leone über den Weg.
„Bestens“ informiert war ich durch die deutschen Medien. Ich erinnere mich genau. Am Abend vorher hatte ich das Auslandsjournal geschaut und dort berichtete Jörg Brase, ZDF Auslandskorrespondent aus Nairobi, Kenia und über Sierra Leone.
Es ging um die Zustände dort nach dem Ausbruch von Ebola.
Mir fiel es schon damals auf. Da berichtet jemand aus Kenia, was bekanntlich in Ostafrika liegt, über Sierra Leone in Westafrika.
Wir sprechen hier über eine Distanz mit dem Auto von 7.000 km.
Übrigens würde man die selbe Distanz von Nairobi in Richtung Norden fahren, dann wäre man in Italien.
Bemerkenswert, wie Nachrichten gesammelt und recherchiert werden!
Jörg Brase, ZDF Auslandskorrespondent, berichtet also darüber, was er von Kontakten in Sierra Leone gehört hat.
Selbstverständlich ist Ebola eine schreckliche Krankheit, die sich auch durch Flugpassagiere, die nach Europa kommen schnell verbreitet.
Brase berichtete darüber das Krankenhäuser geschlossen würden. Sachlich übrigens nicht falsch!
Nun war also meine erste Frage in Brüssel an den Botschaftsangehörigen: „Wie kann man da jetzt hinfliegen und sich selbst in Gefahr bringen?“
„Die Problematik bei Ebola ist doch nicht sich zu schützen, die Problematik ist dass die Menschen in Liberia ihre Häuser nicht verlassen. Dieses wird Preissteigerungen und Hungersnöte hervorrufen, denn die Felder werden nicht bestellt. Nicht bestellte Felder bedeutet Ernteausfälle und vermutlich auch Unruhen!“ so der Mann von der Deutschen Botschaft.

In der Tat hatte ich zugegeben meinen Verstand nicht eingeschaltet. Ich habe Jahre in Uganda gelebt und in der Zeit brachen Krankheiten, wie Ebola und Gelbfieber aus.
Ich mußte um die Hauptstadt Kampala zu erreichen mehrfach durch solche Gebiete fahren. Einmal sogar als meine Familie mich dort besuchte.
Ich habe mir damals angelesen, wie die Krankheit übertragen wird.
Allerdings auch in den ugandischen Medien verbreitete Nachrichten gesehen. Dort hieß, es man habe alles unter Kontrolle. Auch die Zahl der Infizierten wurden genannt.
Auch hier geht es wieder um den gesunden Menschenverstand.
In einem Land, welches noch nicht einmal über eigene Labore verfügt um zu überprüfen ob denn nun ein Patient Ebola hat oder nicht, also die Proben nach Südafrika schicken muß, kann es keine gesicherten Zahlen geben!
Nun zu einigen Zahlen von der Welthungerhilfe bzgl. Ebola in Sierra Leone.

Gehen wir von 7.000.000 Einwohnern in Sierra Leone aus und hiervon sind 11.300 Menschen gestorben, sprechen wir von 0,161 % der Bevölkerung.
Dass die Welthungerhilfe (schauen Sie auf die Seiten!) hiermit wirbt und Spenden einsammelt ist legitim. Den Anteil an der Gesamtbevölkerung hat man wohl vergessen.
Es geht natürlich um Einzelschicksale und jeder Sterbefall ist einer zu viel. Für Familien, Nachbarn und Angehörige ist dieses schmerzvoll.
Warum nun schrieb ich diese Zeilen?
Bitte lassen Sie uns achtsam mit allem, was wir aus den Medien erfahren, umgehen!
Aber auch sollten wir wachsam bleiben. Bitte hinterfragen Sie!
Zu leicht führt man uns hinter das Licht!
Denken Sie daran, wenn z.B. aus Kairo jemand aus Syrien berichtet.
Auch Tageszeitungen bzw. dass was sie berichten oder auch nicht berichten, sind kritisch zu betrachten und haben zumindest lokal ein Monopol.
Presse, Rundfunk und TV tragen eine große Verantwortung, doch werden sie dieser gerecht?

Ralf Westhagemann

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