Globalismus

 

Um der Frage gerecht zu werden ist es notwendig zu klären wer sind WIR und was unter den Globalismus zu verstehen ist.

Wir sind das Volk, wäre die einfachste Antwort, diese Losung braucht aber eine Untermauerung um nicht als ein leerer Ruf der Strasse abgewiesen zu werden.

Das ist die wichtigste Frage seit dem Anfang der Moderne, also seit ungefähr 300 Jahren,  wann die Zeit der Aufklärung begann. Der Sturz des Feudalismus auf dem Kontinent, der mit der Französischen Revolution finalisiert wurde, stellten  die Denker dieser Zeit Jean-Jacque Rousseau und Immanuel Kant die Frage über der Rolle der Bürger in einem neuen Staat. Beide Denker werden in heutiger Zeit als altmodisch gehalten, als wenn die  die so was heute behaupten Angst hätten vor den Erkenntnissen der alten Meistern. Die Bürger, nach Meinung vom Kant, sind frei innerhalb eine von ihm vorgeschlagene Staatsstruktur, und wie er festlegte, haben kein Widerstandsrecht. Diese Statement wurde über Jahrzehnte falsch interpretiert und Kant wurde damit als ein Anhänger einer absolutistischen Staatsordnung abgekanzelt. Seine Theorie der Vergesellschaftung der Macht wurde dabei völlig unbeachtet gelassen. Kant sah die Staatsordnung so, dass die Macht von Volke ausgeht und der Staatsapparat sich unter der strikten Kontrolle des Volkes befindet. Damit erscheint aber die Absage des Widerstandsrechts der Bürger in einem völlig anderen Licht. Damit kann sich der Volk, logisch gesehen, nicht gegen, die von Ihm selbst kontrollierter Machtstruktur wenden. Die Kant’schen Staatstheorie wurde von Prof. Dr. Ingeborg Maus wissenschaftlich untersucht und scheint sehr schlüssig zu sein. Die von mir zitierten Erkenntnisse sind in vollen Umfang in dem Buch „ Zur Aufklärung der Demokratietheorie“ Ingeborg Maus, erste Ausgabe 1994 untersucht und veröffentlicht.
Kurz und bündig gesagt, in dem Staat wie ihm Kant gesehen hat, sind die Bürger die Subjekten der Macht und nicht die Objektender der strikt von Bürger kontrollierten Machtstrukturen.

Die heutige Situation ist aber so, dass weiter die Frau Maus zitierend, wir in einer Zeit der Gegenaufklärung leben und der Staatsapparat eine Attrappe des Kant’schen Staates bildet.
Heute sind die Bürger nicht die Subjekten der Macht, aber ähnlich wie im Feudalismus die Objekten der festgelegten Ordnung, die zwar einzelne Elemente der echten Demokratie, persönliche Freiheit, wie Wahlen, Parteiensystem, Parlament, Verfassung, Rechtssystem, etc., enthält, allerdings es fehlt die echte Vergesellschaftung der Macht, das ein Fundament für eine gerechte Gesellschaft ausmacht.
Jetzt, kann jeder fragen, wie ist den nun, dass unser Staat über die nötigen Attributen der Demokratie verfügt, aber die Rolle der Bürger nicht als Subjekte dieser Ordnung anzusehen werden. Ich kann mir sofort vorstellen wie ich für meine skeptische Haltung kritisiert werden könnte, aber vorsichtig ich habe einige knallharte Argumente.
Nehmen wir ein Beispiel aus dem Leben, die schändliche Situation im Bundestag, wo die AfD nicht den Posten des Vize-Präsidenten belegen kann, da der Bundestag nicht für Kandidaten der AfD mehrheitlich abstimmen kann. Von eine einfachen Perspektive erscheint alles in Ordnung, da einerseits diese Platz zwar leer steht, aber die demokratische Mehrheit im Parlament sich nicht durchringen kann so zu votieren, dass dieser Platz von einem Kandidaten der AFD besetzt werden kann. Anderseits stimmt da was nicht, denn in allen anderen Fällen der anderen Parteien, die Besetzung dieses Posten in der Vergangenheit nicht derartigen Schwierigkeiten unterlag.
Zur Hilfe kommt wieder Frau Prof. Dr. Ingeborg Maus, die meiner Meinung nach eine treffliche Analyse der heutigen Lage präsentiert ;
„ Die Abwanderung der politischen Entscheidungsprozesse in ausdifferenzierte Systemstrukturen und deren Vernetzung mit den gesellschaftlichen Regelungsbereichen ( und den in Ihnen festsitzenden stärksten Interessen) wird – obwohl sie sich gerade dadurch jeder öffentlichen Kontrolle entziehen- nicht selten als Prozess der Demokratisierung gefeiert. Dezentralisierung wird so, weil sie ohne weitere Qualifikation bleibt, mit Demokratisierung verwechselt. „
Was Systemstrukturen und gesellschaftliche Regelungsbereiche sind kann jetzt jeder alleine definieren.
Das ist die eigentliche Verwerfung unserer Demokratie und so funktioniert sie. Da wir ungefähr jetzt schon wissen, was WIR sind ( oder werden sollen) und welche Rolle WIR in dem heutigen Staat spielen, wollen wir doch wissen wie wirkt sich der Globalismus auf uns in Deutschland aus.
Bekanntlich ist/war Deutschland seit vielen Jahrzehnten ein Standort der modernen Technologien und Nummer 1 oder 2 in dem Weltexport.
Der bekannte USA Guru Noam Chomsky in seinem Buch „ Requiem für den Amerikanischen Traum“ beklagt die Folgen des Globalismus auf die amerikanische Ökonomie und die gesellschaftliche Entwicklung. Ein Bild, dass er malt, ist ganz einfach, die Produktionsstätten der amerikanischen Autoindustrien liegen in Schutt und Asche, Firmen wie FORD, GM, General Electrics verdienen ihr Geld nicht mit Produktion aber mit verschieben von Geldkapital.
Dafür sind bekanntlich keine Ingenieure, Facharbeiter nötig, es reicht theoretisch ein PC, der wie Z. Baumann es formulierte, dass mit der Betätigung der Entertaste am PC, Geldbeträge über aller Grenzen hinaus verschickt werden.
Wir wissen auch, dass in USA vor dem Amtseintritt von Donald Trump ca. 50 Millionen Menschen von dortigen Sozialämtern mit Lebensmittelkarten unterstützt wurden. In den letzten 2 Jahren konnte die Zahl dieser Menschen um 5% gekürzt werden, dank der angelaufene in USA Wiederindustrialisierung. Die Eliten dort, obwohl immer noch geteilt und in harten politischen Kampf verwickelt, haben mehrheitlich erkannt, dass der Finanzkapitalismus die gesellschaftlichen Strukturen vernichtet und damit langfristig den intellektuellen Potential des Landes stört oder sogar vernichtet.
Der amerikanische Präsident versucht die Fahrt ins Nirgendwo umzukehren. Ich werde hier nicht die Industriestruktur der USA analysieren, aber gebe paar Beispiele für die verfahrene Lage dort.

Die einst besten amerikanischen Autos haben den Kampf gegen ausländische Fabrikate aus DE und Japan verloren, die Waffensysteme scheinen veraltet zu sein und der Nachholbedarf nach verschiedenen Einschätzungen beträgt ca. 10-15 Jahre in manchen wichtigen Waffengattungen wie Hyperschall -Raketen, die Produktion von pharmazeutischen Wirkstoffen ( Antibiotika) erfolgt nicht mehr in USA aber in China, Indien ( das wurde erst gemerkt als man versuchte gegen China die Importsanktionen gegen Antibiotika einzuführen, was zu ironischen Reaktionen auf den Märkten führte), der grösste Computerhersteller Apple , stellt seine Produkte in China und denkt nicht diese in USA herzustellen.
Die amerikanisch Boeing entwickelte eine neue Maschine 737 Max 800, dabei wurde aus Kostengründen geänderte Areodynamik des Alt- Modells 737 ( seit siebziger Jahren auf dem Markt) durch eine Computersoftware korrigiert. Es stellte sich nach zwei tragischen Unfällen und mehreren Fastunfällen, dass dieses Computersystem fehlerhaft war. Als Alternative für den Einsatz des Computers müsste man kostspielige Änderungen an dem Rumpf der Maschine durchführen. Aus Kostengründen und Zeitdruck wurde die notwendige Korrektur an der Hardware nicht durchgeführt. Die FAA Behörde war von Anfang an dieser desaströsen Entwicklung beteiligt. Früher war die FAA Behörde eine beispielhaft für die Flugsicherheit in der ganzen Welt bekannt.
Können die Amerikaner dieses Trend umkehren ? Es wird sehr schwierig werden, denn es müssen weitgreifende Änderungen in dem Bildungssystem als eine Präventiv- und Eingriffe in die gesellschaftliche Systeme als Korrekturmassnahme eingeleitet werden.
Hier ein Beispiel, angegeben durch BBC Sender, der berichtete, dass eine neu erschaffene Fabrik in Süden von USA suchte nach Mitarbeiter, die allerdings einen Drogentest bestehen mussten. Es stellte sich heraus, dass viele Kandidaten aus der Umgebung nicht eingestellte werden konnten, da die Firma eine strenge Antidrogen-Policy führte.
So weit so viel über Amerika, aber wir sollten uns doch mit Deutschland beschäftigen.

Die Lage ist im Prinzip ähnlich, aber zum Glück nicht so verfahren wie in der USA. Zwar investierten viele deutsche Unternehmen im Ausland, China, Malaysia, Vietnam, EU -Ostländer, doch behielten sie Produktionsstätten in Deutschland. Durch den globalisierten Wettbewerb waren diese Firmen doch im Zwang mehr und mehr in USA und Fernost zu investieren.
Die Lage ist jetzt so, dass z.B. die Firma Bosch, die führend in EU und in der Welt in der Herstellung von Maschinen für Pharmaindustrie war, plötzlich in 2018 diese Sparte geschlossen hat. Man muss auch bedenken, dass die Firma Bosch in diesem Sektor sehr stark in China engagiert war, und diese Entscheidung der Firma Bosch damit zusammenhängen muss.
Weiter, fast aller Wirkstoffe für deutsche Pharmaindustrie in China und Indien hergestellt werden, und zwar nicht deswegen, dass es in Deutschland kein Fachpersonal und Anlagen dafür fehlten, nein, dort ist es einfach billiger und „ökologischer“. Ob jemals diese Produktionskapazitäten zurück nach Deutschland kommen steht in den Sternen, da der deutsche Staat, in Gegenzug zum chinesischen Staat, der für die Investitionen wirbt, sich nicht um solche Entwicklungen kümmert.
Gleichzeitig ist der  deutsche Staat nicht in der Lage den Verkauf von hoch technologischen Industriebereichen mit dem Standort in Deutschland zu verhindern, ein Beispiel dafür ist die Roboter Firma KUKA die an den Chinesen ging.
Was das Auto angeht, sind wir Zeugen einer erschreckenden Entwicklung, während die primitiven Batterieautos, hochtechnologische Dieselkonzepte aus Deutschland dabei sind zu verdrängen. Bei der ganzen Gelegenheit wird einfach gelogen, so dass sich die Balken biegen. Ökobilanz der Batterieautos  (ich werde sie auch nicht anders benennen) ist unbekannt, dass was uns als Ökobilanz präsentiert wird ist beleidigend für denkende Menschen. Da es aber um Geld geht, sind Argumente bekanntlich nicht das beste Mittel die Verbrecher gegen die Umwelt, zu stoppen.

Hier muss der Staat aktiv werden !!!

Die Autoindustrie in Deutschland ist die letzte Barrikade unseres Industriestaates, wenn wir nicht in der Lage sind, die sich abzeichnende Entwicklung umzukehren, droht uns eine Katastrophe.

Es soll auch keiner denken, dass die falsche Weichenstellung heute, wird man morgen irgendwie korrigieren, das ist ein großer Irrtum, dafür habe ich die USA als Beispiel zitiert. Deutschland ist kein Weltmacht wie die USA und verlorene heute Resourcen kommen nie wieder zurück, dafür sind die Märkte viel zu vernetzt.

Da der Globalismus langsam in eine Krise läuft aus der es prinzipiell keinen Ausweg geben kann, müssen wir uns an das Intellekt unserer deutschen Wissenschaftler wenden und an den traditionell deutschen Erfinder- Geist appellieren !

Wenn es mit dem Globalismus nicht weiter geht, denkt Ihr Euch was Neues aus, schließlich haben wir Denker in Weltmassstab in die Weltgeschichte gebracht, warum nicht jetzt !!

Ernst N.*

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