Gast-Beitrag

 

Tag der deutschen Sprache am 8.9.2018

Jeweils am zweiten Samstag im September begehen Sprachfreunde den „Tag der deutschen Sprache“. Der Aktionstag wurde 2001 durch den Verein Deutsche Sprache e. V. (VDS) initiiert.
Alle Sprachfreunde sind eingeladen, sich an diesem Tag zu beteiligen.
Auch viele Menschen aus dem Umkreis der AfD sind Freunde oder Mitglieder des VDS.
Der Aktionstag soll bei den Bürgern einerseits die Freude an der Ausdruckskraft und Schönheit der deutschen Sprache fördern und auch den Gebrauch von gutem, verständlichem Deutsch unterstützen.
Sprache ist das wichtigste Kommunikationsmittel und
die eigene Landessprache ist der wichtigste Ausdruck unserer Identität und Kultur.
Die deutsche Sprache ist in über 1000 Jahren Sprachgeschichte entstanden und bildet überhaupt erst die Grundlage für alle nachfolgenden Leistungen in Wissenschaft, Kultur, Technik, Rechtswesen, Sozialwesen u.s.w.
Um unser hohes kulturelles Niveau und unsere Identität zu erhalten und weiterzuentwickeln, muss man die Sprache pflegen und wertschätzen! Daher fordern sowohl die AfD, als auch der VDS gleichermaßen, der deutschen Sprache einen Verfassungsrang im Grundgesetz einzuräumen!

Dass dies seit der Verabschiedung des Grundgesetzes bis heute versäumt wurde, darf getrost als schwer zu verstehender, eklatanter Mangel angesehen werden.

Wodurch wird die deutsche Sprache gefährdet, oder angegriffen ?

1.Anglizismen

Seit Jahrzehnten beobachten wir eine stetige Zunahme der Verwendung englischer Worte anstelle von deutscher Ausdrucksweise bei insgesamt zurückgehendem Sprachniveau. Sei es in der Wissenschaft, im IT-Bereich, oder in der Schlager und Unterhaltungsbranche.
Denglisch ist schick! Es wird dabei meistens die differenzierte, deutsche Ausdrucksweise zum Verschwinden gebracht und durch englische Gossensprache ersetzt. Das geht bis zum absurden Falschgebrauch englischer Wörter im Deutschen, die selbst kein Englisch-Muttersprachler mehr versteht.
Beispiel: „Public Viewing“
Als Deutscher weiß man, was darunter zu verstehen ist; eine öffentliche Übertragung auf Großbildleinwand.
Im Englischen, speziell im amerikanischen Englisch ist dieser Begriff aber bereits vergeben und völlig anders definiert.
Public Viewing ist eine „Öffentliche Leichenschau“! Nach dem Ableben eines Prominenten, kann der Leichnam noch für kurze Zeit, bis zur Beisetzung, öffentlich aufgebahrt werden, damit Menschen Abschied nehmen können.
Sich selbst sprachlich so zu entblöden ist entwürdigend und obendrein noch pietätlos!

2. Gendersprache

Aktivisten der Genderideologie arbeiten daran, unsere Sprache umzuformen, sodass nur noch ihre Sichtweise darin zum Ausdruck kommen kann. Das Ziel der Genderideologie besteht darin, völlige Wahlfreiheit für alle Bereiche herzustellen, die bisher der Natur unterworfen waren.
Dazu gehören Ernährung, Gesundheitswesen/Körperoptimierung und vor allem Nachkommenschaft, Schwangerschaft und die Tatsache, dass Menschen als Mann oder Frau geboren werden.
Die sich ergänzende Existenz von Männern und Frauen hat sich natürlich auch in unserer Sprache niedergeschlagen in Maskulinum, Femininum und Neutrum. Das soll alles weggewischt werden und durch geschlechtsneutrale Formen ersetzt werden.
Wir haben schon das „Binnen-i“, das Binnen-* und die Aktivist*innen kennengelernt, ebenso die Studierenden und die Männ*in.
Dies alles nennt der VDS zurecht „Sprachverhunzung“ und Jeder sollte sich dieser „Gendergerechten Sprache“ vehement entgegenstellen!

3. Wording

Als Wording bezeichnet man eine manipulierende Technik, oder Vorgehensweise, bei der bestehende Begriffe mit neuen Inhalten gefüllt werden und dadurch Mehrheitsmeinungen und Werteorientierungen verändert bis umgedreht werden können.
Wer vor 30 oder 50 Jahren die Worte Rassismus oder Demokratie verwendet hat, meinte etwas Anderes als was heute darunter verstanden wird. Gerade beim Begriff Demokratie scheinen in der heutigen politischen Auseinandersetzung die darunter verstandenen Inhalte oft verschieden zu sein.
Die Einen verstehen darunter in erster Linie, dass der Mehrheitswille umgesetzt wird, die Anderen sehen darin zuerst die Hilfe für Flüchtlinge und Minderheiten, auch zulasten der Mehrheit, egal, wie viele das wirklich wollen.

Ein aktuelles Beispiel für das Arbeiten mit „Wording“ zeigt die UNO.
Wer die erste UNO-Menschenrechtscharta von 1949 durchliest, findet dort ganz oben das
„Recht auf Leben“, auch des Ungeborenen, festgeschrieben.
Seit den 70ern versammelt die UN-Gesundheitsorganisation alle Massnamen der Empfängnisverhütung, Sterilisation bis hin zu Abtreibungen unter dem geschmeidigen Sammelbegriff „Gesundheitsdienste“ und verknüpft diese noch mit dem Begriff der freien Entscheidung. Das führt zu mehr Akzeptanz und Werteveränderung in der Gesellschaft.
Heute stehen wir kurz davor, dass Abtreibung als Menschenrecht festgeschrieben wird.
Innerhalb von wenigen Jahrzehnten wurde mit Hilfe von Wording das ursprüngliche
„Recht auf Leben“ in ein „Recht auf Töten“ umgewandelt.

Solche Worthülsen müssen wir durchschauen und in unserer Argumentation klare Begriffe verwenden!

Welche positiven Ansätze und Mitwirkungsmöglichkeiten gibt es?

Hier eine unvollständige Liste von Hinweisen und Möglichkeiten:

Die AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag will die deutsche Sprache als Landessprache festschreiben lassen und hat dazu einen Gesetzentwurf (19/951) vorgelegt, der am 2. März 2018, in erster Lesung im Plenum beraten wurde. Der Bundestag überwies die Vorlage zur federführenden Beratung an den Innenausschuss.

https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2018/kw09-de-deutsch-landessprache/544508

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Die Webseite des Vereins Deutsche Sprache e.V. VDS, gibt immer viele Anregungen.

Besonderes Augenmerk verdient der Anglizismenindex, ein Verzeichnis von über 5000 gebräuchlichen Anglizismen und stattdessen empfohlenen deutschen Wörtern.

Start

AG Anglizismenindex

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Siehe auch:

Genderisierung der deutschen Sprache

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Allen Freunden geistreicher Abendunterhaltung seien die Auftritte und Fernsehrateshows von
VDS-Mitglied Bastian Sick empfohlen. Siehe WDR-Fernsehen.
Titel: Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod!

Diese Liste mit Hinweisen auf Sprachkritik und Sprachvergnügen ist natürlich unvollständig und wird bei Gelegenheit fortgesetzt.

C. Cless

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und geben nicht in jedem Fall die Meinung der Redaktion wieder.

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