Die Krise weitet sich aus

Kommentar/Leserbrief

Obwohl ich anfangs ein Verfechter einer auf maximal zwei Wochen begrenzten Ausgangsbeschränkung gewesen bin, beschäftigt mich mittlerweile immer mehr die Frage, ob die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen überhaupt noch gegeben ist. Bislang hat die Ausgangsbeschränkung lediglich dazu geführt, dass ein Massenanfall an Erkrankten nach hinten verschoben werden konnte.

Bereits jetzt denkt man in der Regierungsetage über eine massive Subventionierung der Autobranche beim Kauf eines Neuwagens nach. Gleichsam müssen derzeit aber alle Autohäuser geschlossen bleiben. Jene mit angeschlossener Werkstatt dürfen lediglich ihren Servicebereich geöffnet halten, da Autoreparaturen als systemrelevant gelten.

Dabei ist in einem Autohaus für gewöhnlich ein weitaus geringerer Andrang als in Baumärkten, die seit letztem Samstag nun auch in Niedersachsen wieder geöffnet haben. Und gleiches gilt auch für andere Geschäfte wie bspw. Möbelhäuser, Bekleidungsgeschäfte oder auch Autowaschanlagen, deren Schließungen nach derzeitigem Kenntnisstand reichlich überzogen anmuten.

Inzwischen hat es sich doch hinlänglich bewährt, einfach zwischenmenschlich etwas mehr auf Abstand zu gehen und den Zulauf der Geschäfte auf eine angemessene Personenzahl zu reduzieren. Der Virus ist in ansteckender Form bislang weder auf Oberflächen; noch in der Luft nachgewiesen worden. Somit besteht die Gefahr einer Ansteckung also lediglich bei einem direkten Kontakt mit einer infizierten Person.

Da bislang weit und breit kein Impfstoff in Sicht ist, werden wir zwangsläufig lernen müssen, mit dem Virus zu leben. Selbst die Virologen gehen davon aus, dass sich ca. 80 Prozent der Bevölkerung anstecken werden. Der Shutdown hat daher nur bewirkt, dass alle geplanten Operationen; darunter leider auch überlebenswichtige, verschoben wurden und sich  Ärzte samt Pflegepersonal nun überwiegend um Erkrankte aus dem Ausland kümmern. Wirklich eng wird es auf den Intensivstationen daher erst wesentlich später, denn aufgeschoben ist leider nicht aufgehoben.

Darüber hinaus zeigen sich in dieser Zeit mehr denn je all die Versäumnisse der letzten Jahre. Eigentlich sollte ein so hoch technisiertes Land wie Deutschland doch in der Lage sein, dem staatlichen Bildungsauftrag mittels Fernunterricht nachzukommen. Stattdessen gibt es ein paar Hausaufgaben und reichlich freie Zeit für die Schüler und Schülerinnen, die es totzuschlagen gilt. Und noch weiß niemand so ganz genau, ob es 2020 überhaupt einen geprüften Abiturjahrgang geben wird.

Dennoch weigert sich die Kanzlerin beharrlich, den Shutdown auch nur ansatzweise zu lockern. Mit jedem weiteren Tag fährt unser Land weitere Millionenverluste ein, die nicht reversibel sind. Ganz zu schweigen von den vielen Existenzen, die jetzt den Bach heruntergehen. Man muss schon über sehr viel Optimismus verfügen, um da für die Zukunft nicht schwarzzusehen.

Weshalb also verweigert sich die Kanzlerin der Realität? Möchte sie Deutschland erst noch völlig an die Wand fahren, bevor sie ihren Job endgültig niederlegt? Oder ist sie mittlerweile den Experten des RKI so hörig, dass sie alle warnenden Rufe der Wirtschafts-Experten völlig ignoriert? Oder hofft sie gar auf noch bessere Umfragewerte als Belohnung für dieses eher bescheidene Krisenmanagement der GroKo?

Ihre gestrige Ansprache hat jedenfalls keine neuen Erkenntnisse hervorgebracht. Vorerst bleibt noch mindestens bis zum 20. April alles wie gehabt, während Österreich und Dänemark ihre Wirtschaft bereits sukzessive wieder hochfahren. Die einzige politisch relevante Erkenntnis aus dieser Krise ist für uns Bürger demzufolge die, dass sich Grenzen sehr wohl schließen lassen. Und das sogar innerhalb Deutschlands.

Es ist schlichtweg zum Verzweifeln, aber auch diese fundamentale Krise sitzt diese Frau wieder in altbewährter Form einfach aus und wird obendrein noch für ihre Besonnenheit in den Umfragen hochgelobt. Dabei wird es allerhöchste Zeit, ihren Stuhl endlich an die Luft zu befördern, bevor sie noch zum Nachlassverwalter dieses einstmaligen Wirtschaftswunderlandes wird. Weiterhin gute Besserung, Deutschland!

Jacky Daniels

Namentlich gekennzeichnete Beiträge werden von den Autoren selbst verantwortet

und geben nicht in jedem Fall die Meinung der Redaktion wieder.

Ergänzung durch die Redaktion eingefügt:

Die folgenden Zahlen hat das Robert-Koch-Institut veröffentlicht:

Bei der Grippewelle 2017 – 2018 gab es in Deutschland 25.100 Todesfälle.

Aktuell gibt es in Deutschland 1.810 Todesopfer, diese Zahl besagt aber nicht,

ob wirklich der Corona-Virus der Auslöser war.

Weitere weltweite Todesfälle  des Jahres 2020:

69.602: Erkältung

140.584: Malaria

193.479: Verkehrstote

240.950: Verlust von HIV

358471: Alkohol

716.498: Rauchen

1.177.141: Krebs

Quelle: Internet

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