Gendersprache

Zur Diskussion über die sog. „Gendersprache“

Generisches Geschlecht kurz erklärt

Die deutsche Sprache kennt drei grammatische Geschlechter.

Femininum = weiblich > Artikel Die…z.B. Frau.

Maskulinum = männlich > Artikel Der…z.B. Mann.

Neutrum = sächlich/kindlich > Artikel Das…z.B. Kind.

Diese grammatischen Geschlechter werden  auf Personen angewandt, die die jeweiligen biologischen Eigenschaften haben (männlich/weiblich), oder noch in Entwicklung dahin sind (Neutrum).

Man spricht hier vom speziellen (biologischen) Geschlecht.

Sprache muss aber auch viele Dinge benennen, die gar kein biologisches Geschlecht haben.

Beispiele: Ziegelstein, Flamme, Wetter.

Man hat also diesen Dingen rein willkürlich, nur zur Verbesserung des Sprachflusses und der Verständlichkeit, auch ein grammatisches Geschlecht zugeordnet, wobei jedem Sprachbenutzer klar ist, dass damit kein biologisches Geschlecht gemeint ist.

Der Ziegelstein, die Flamme, das Wetter.

Dieses grammatische Geschlecht nennt man generisches Geschlecht.

Soweit ist die Sache einfach. Kompliziert wird es, wenn etwas beschrieben werden soll, das mehrere Aspekte hat.

Spreche ich eine Frau in Ihrer biologischen Eigenschaft als Frau an, ist das Femininum korrekt. Die Frau.

Spreche ich sie aber in einer beruflichen Eigenschaft an, (Student, Bäcker, Bundeskanzler) ist für diesen Beruf das generische Geschlecht korrekt. Das geht auch beides in einem Satz:

Diese Frau (biologisch Femininum) ist der Bundeskanzler (generisch Maskulinum).“

Die deutsche Sprache verlangt ihrem Benutzer schon ein gehöriges Maß an Aufmerksamkeit ab, um sich in jedem Augenblick darüber im Klaren zu sein, welcher Aspekt gerade gemeint ist.

Generisch steht also im Gegensatz zu speziell und meint oft einen Gruppennamen, wobei über die biologische Geschlechtszugehörigkeit der einzelnen Gruppenmitglieder gar nichts ausgesagt wird:

  • jeder, der helfen will, ist willkommen (jede und jeder)

  • alle Lehrer wollen guten Unterricht machen – sowohl männliche (Lehrer) als auch weibliche (Lehrerinnen)

  • viele Bären leben in den Bergen – sowohl männliche (Bären) als auch weibliche (Bärinnen

Diese Unterscheidung der Aspekte will die Genderideologie abschaffen. Es soll immer die persönliche geschlechtliche Orientierung im Vordergrund stehen.

Um die ganze Absurdität der Gendersprache zu beleuchten, bringe ich hier noch ein Beispiel, das zeigt, wohin diese Denkweise führt:

Das Wetter, uns allen gut bekannt, spazierte neulich, am 1. April, in das Büro der Gleichstellungsbeauftragten hinein. Es beschwerte sich bitterlich darüber, dass es in der deutschen Sprache im Neutrum, also als Kind angesprochen wird. Es hat Unterlagen vorgelegt, die zweifelsfrei beweisen, dass es älter als 18 Jahre ist. Daraus resultiert, dass die Ansprache im Neutrum unzutreffend, ja diskriminierend ist und umgehend abzuschaffen ist.

Welches grammatische Erwachsenengeschlecht stattdessen anzuwenden ist, darüber beraten die Genderideologen zurzeit noch.“

Christoph Cless

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